
Bei QUARISMA handelt es sich um das mit 2,5 Mio. Euro zurzeit größte von der Europäischen Union in diesem Segment geförderte Projekt. Das IAPP Element (Industry-Academia Partnerships und Pathways) der Marie-Curie-Maßnahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU unterstützt damit den interdisziplinären, intersektoralen und zugleich internationalen Ansatz des Projekts. Bislang einzig ist auch der Austausch von Forschern.
So sollen während der vierjährigen Projektlaufzeit insgesamt 22 Doktoranden, erfahrene Praktiker und Experten die jeweils andere Seite kennen lernen. Jungen Wissenschaftlern eröffnet das die Möglichkeit einer praxisnahen Ausbildung. Die Universität Bonn hat bereits vor einiger Zeit mit der Einführung der studienbegleitenden Ausbildung zum Qualitätsmanager Junior einen ersten Schritt in Richtung Praxisorientierung getan. Erfahrene Forscher erhalten mit QUARISMA die Gelegenheit zur Überprüfung und Rückkopplung mit der Fleischerzeugung. Die in den Betrieben tätigen Wissenschaftler wiederum können sich an den Universitäten mit innovativen Trends vertraut machen und erfahren so eine wertvolle Weiterbildung.
Inhaltlich befasst sich QUARISMA mit drei zusammenhängenden Forschungsschwerpunkten.
Beim „Kettenmanagement“ stehen ökonomische Fragestellungen im Mittelpunkt. Wie lassen sich beispielsweise Maßnahmen für Qualität und Gesundheit der Tiere standardisieren und wirtschaftlich optimieren? Im Rahmen dieses ersten Forschungsschwerpunktes soll u.a. auch ein Projektleitfaden für Innovationen in der Fleischwirtschaft inklusive einer Kosten-/Nutzenanalyse entstehen.
Beim Schwerpunkt „Qualitäts- und Informationsmanagement“ geht es z.B. um die Frage, wie sich der Gesundheitszustand von Tieren zertifizieren lässt. Ist „Gesundheit“ schon die bloße Abwesenheit von gefährlichen Erkrankungen? Auch der internationale Austausch dieses Wissens und die Entwicklung grenzüberschreitender Strategien in der Tierseuchenprävention ergänzen diesen Bereich.
Im dritten Forschungsschwerpunkt „Lebensmittelsicherheit und Risikomanagement“ geht es z.B. darum, Konzepte für die Vermeidung von lebensmittelbedingten Gefahren zu entwickeln. Beispielsweise durch Unachtsamkeit in der Betriebshygiene können Listerien übertragen werden, Bakterien, die eine vor allem für Risikogruppen (insbesondere Schwangere) gefährliche Infektionskrankheit auslösen können. Auch die Vermeidung weiterer bedeutender Zoonosen – vom Menschen auf Tiere und umgekehrt übertragbare Krankheiten – wird hier untersucht.
In QUARISMA werden neben neuen auch offene Fragen aus mehreren laufenden oder bereits abgeschlossenen Projekten, die von GIQS koordiniert werden bzw. wurden, weitergeführt.
Ansprechpartner:
GIQS e.V.
c/o Universität Bonn
Katzenburgweg 7-9
D 53115 Bonn
Wim Houwers
email:w.houwers(at)giqs.org
Tel.: +49 - (0)228 - 73 4838
Christiane Patermann
Tel.: +49 - (0)228 - 73 2823
email: c.patermann(at)giqs.org