

Mehr als 50 Arbeitsgruppen aus 21 Ländern arbeiten in den nächsten fünf Jahren zusammen, um die Abläufe in der Schweinefleisch-Produktion zu verbessern. Hierfür stellen EU und Wirtschaft insgesamt 20,73 Millionen Euro zur Verfügung. Auch GIQS und eine Reihe von Mitgliedern sind an dem Großprojekt beteiligt. GIQS und seine Mitglieder können durch ihre Tätigkeiten in Forschung sowie Pilot- und Demonstrationsaktivitäten insgesamt über 18% des Gesamtbudgets von Q-PorkChains verfügen.Ziel von „Q-PorkChains“ ist es, die Abläufe in der Schweinefleisch-Produktion zu verbessern. Es ist das bislang umfangreichste EU-Forschungsprojekt in diesem Bereich. Koordiniert wird es von Professor Dr. Anders Karlsson von der Universität Kopenhagen. Die Projektpartner kommen aus den Bereichen Marktforschung, Tierproduktion, Fleischforschung, Molekulargenetik, Qualitätsmanagement und Agrarökonomie. Die Teilprojekte spiegeln damit alle Facetten der Wertschöpfungskette Fleisch wider.GIQS e.V. koordiniert die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis. Die Internationale Kooperationsplattform hat die Aufgabe, die anwendungsorientierte Forschung in Unternehmen, Pilotketten und Netzwerken zu steuern. Für die Erprobung der vielversprechenden Innovationen aus dem Projekt sind 1,5 Mio Euro reserviert, die erst im Laufe des Projekts an Industriepartner vergeben werden.Ferner hat GIQS als „SME Liaison Office“ die Rolle, kleine und mittlere Unternehmen in ganz Europa über die Entwicklungen und Ergebnisse von Q-PorkChains zu informieren und ihre Beteiligung an den Projektaktivitäten zu unterstützen.
Einleitung
Die Qualität von Schweinefleisch und Schweinefleischprodukten hat sich zu einem komplexen und dynamischen Thema gewandelt. Die Qualität entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Stall bis zum fertigen Produkt wird von einer Vielzahl interaktiver Aspekte beeinflusst. Diese werden von Menschen in ihren verschiedenen Funktionen / Rollen als Verbraucher, als Bürger und als Mitverantwortlicher für eine ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit unterschiedlich bewertet. Daneben wird die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Europäischen Union und ihre Führungsposition auf dem globalen Schweinefleischmarkt von einigen nicht-europäischen Ländern (wie zum Beispiel Brasilien, China, USA und Kanada) herausgefordert. Mit seinem interdisziplinären Ansatz sucht das Integrierte Projekt Q-PorkChains Antworten zu einer Vielzahl der dabei relevanten Fragestellungen.
Projektziel
Ziel von Q-PorkChains ist die Entwicklung innovativer, integrierter und nachhaltiger Lösungen für Wertschöpfungsketten der Schweinefleischerzeugung, die den Ansprüchen der Verbraucher nach qualitativ hochwertigen Schweinefleischprodukten gerecht werden. Dieses geschieht durch die Weiterentwicklung und Erprobung multi-disziplinärer Ansätze zur Identifikation, Charakterisierung, Prognose und Kontrolle der Qualität von Schweinefleisch und Schweinefleischprodukten auf unterschiedlichen Stufen der Produktionskette. Q-PorkChains ist das umfangreichste EU Projekt im 6. Forschungsrahmenprogramm, dass sich mit Abläufen in der Fleischerzeugung beschäftigt. Mehr als 50 Organisationen aus 21 Ländern arbeiten in dem Projekt fünf Jahre, von 2007-2011, zusammen.
Acht Forschungs- und Entwicklungsmodule
Die Erforschung von Technologien und Innovationen vom "fertigen Produkt bis zurück zum Stall“ ("fork-to-farm"), findet in sechs vertikalen Forschungsmodulen I-VI und einem horizontalen Pilot- und Demonstrationsmodul (Modul A) statt. Ein weiteres horizontales Modul (Modul B) bearbeitet die Kommunikation und den Wissenstransfer.
Die sechs Forschungsmodule untersuchen die spezifischen Entwicklungspotenziale verschiedener Aspekte des Schweinefleisch produzierenden Sektors: das Verhalten und die Präferenzen der Verbraucher und Bürger; die Produktionssysteme auf landwirtschaftlicher Ebene; Produktentwicklung; Integration und Nachhaltigkeit innerhalb der schweinefleischerzeugenden Kette; neue biologische Methoden für Qualitätskontrollen und die Entwicklung von Prognose-Modellen bzgl. Lebensmittelqualität, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz.
Durch das von GIQS e.V. koordinierte Modul A wird sichergestellt, dass der Forschung innovative Maßnahmen folgen, um die Forschungsergebnisse auf ihre Praxistauglichkeit erproben und schließlich verwerten zu können. Dieses geschieht durch anwenungsorientierte Forschung in Pilot- und Demonstrationsketten.
Die Verbreitung des neu gewonnenen Wissens in Aus- und Weiterbildungsprogrammen und Trainingseminaren ist Kern des Moduls B. Damit stellt es den Wissenstransfer auf den unterschiedlichen Bildungsniveaus von der Fachschule bis zur Universität sicher. GIQS übernimmt hier als „SME Liaison Office“ die Rolle, kleine und mittlere Unternehmen in ganz Europa über die Entwicklungen und Ergebnisse von Q-PorkChains zu informieren und ihre Beteiligung an den Projektaktivitäten zu unterstützen.
Das dritte horizontale Modul C übernimmt das Projektmanagement und die Gesamtkoordination von Q-PorkChains.
Beschreibung:
Modul I: Verbraucher / Marktanalyse
Koordinator: Prof. Klaus G. Grunert,
Das Ziel dieses Moduls ist die Erarbeitung neuer Methoden zur Entwicklung und zur Vermarktung von Schweinefleischprodukten. In den Methoden fließt die Bewertung des Verhaltens der Bürger und Verbraucher mit ein.
Es sollen klare, empirisch fundierte Leitfäden entwickelt werden, die für die Arbeit in den anderen Modulen bezüglich des Marktpotenzials und der gesellschaftliche Akzeptanz der schweinefleischproduzierenden Systeme, der Produktionstechnologien und der von neu entwickelten Produkte genutzt werden können. Des Weiteren soll ein neues Bündel an EDV basierten Methoden für die Prognose von Marktanteilen und neuen Technologieentwicklungen entwickelt werden.
Modul II: Vielfalt, Flexibilität und Nachhaltigkeit in landwirtschaftlichen Produktionssystemen
Koordinator: Prof. Michel Bonneau,
Ziel ist die Entwicklung von Methoden zur Verbesserung nachhaltiger Produktionssysteme, entsprechend den gesellschaftlichen Anforderungen auf der landwirtschaftlichen Produktionsebene.
Innerhalb des Moduls wird eine umfangreiche Bestandsaufnahme der europäischen und der in den wichtigsten Konkurrenzländern vorhandenen schweinefleischproduzierenden Systeme durchgeführt. Ein weiteres erwartetes Ergebnis ist die Entwicklung besserer und innovativerer schweinefleischproduzierenden Systemen und Qualitätssicherungsstrategien.
Modul III: Produktentwicklung – Qualität, Ernährung und Convenience Produkte
Koordinator: Dr. Jacint Arnau,
Das Ziel des Moduls III ist die Entwicklung innovativer Technologien zur Verbesserung von Produkten aus Schweinefleisch, um den Anforderungen der Verbraucher in Bezug auf Qualität, Ernährung und Verbrauchsfreundlichkeit gerecht zu werden.
Modul IV: Integration und nachhaltiges Management der Wertschöpfungskette
Koordinator: Dr. Jaques H. Trienekes,
Es sollen Methoden für eine Integration und ein effizientes, nachhaltiges Management der diversen europäischen Produktions- und Distributionssysteme identifiziert und entwickelt werden. Ziel des Moduls ist eine verbesserte Qualität der produzierenden Ketten, der nachhaltigen Kettenlogistik und des Innovationsmanagements.
Modul V: Neue biologische Methoden als Werkzeug zur Kontrolle der Schweinefleischqualität
Koordinator: Prof. Niels Oksbjerg,
Ziel ist die Entwicklung neuer Methoden zur molekularen Kontrolle in der Schweinefleischerzeugung. Die Industrie soll mit molekularen Methoden für die Herstellung von hochwertigem Schweinefleisch und Schweinefleischprodukten auf allen Ebenen der Produktionskette vom „fertigen Produkt bis zurück zum Stall“ ("fork to farm") ausgestattet werden.
Modul VI: Synthese des bestehenden Wissens bezüglich Schweinefleischqualität, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz
Koordinator: Dr. Karel H. de Greef,
Ziel ist die Entwicklung von Prognosemodellen zur Schweinefleischqualität und Lebensmittelsicherheit als eine Konsequenz der Produktionssysteme. Diese Modelle mit voraussagendem Charakter sollen der Öffentlichkeit Informationen über Fleischprodukte (in Bezug auf technologische und sensorische Qualität, Sicherheit und Tierschutz) zugänglich machen.
Modul A: Pilot- und Demonstrationsketten
Koordinator: Prof. Brigitte Petersen,
Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) Kooperationen in Pilot- und Demonstrationsaktivitäten zu ermöglichen und damit eine Zusammenarbeit zwischen den Organisationen entlang der schweinefleischproduzierenden Kette und die Netzwerkbildung zu unterstützen. Die Pilot- und Demonstrationsaktivitäten sollen eine europaweite Sichtbarkeit der aus dem Projekt hervorgehenden neuen Entwicklungen und Innovationen erzeugen.
Modul B: Bildung und Verbreitung von Wissen
Koordinator: Dr. Mette Christensen,
Ziel ist der Wissenstransfer: Das neu entwickelte, hochwertige Wissen aus dem Projekt Q-PorkChains soll zu den Zielgruppen auf allen Ebenen (Verbraucher, Industrie und Universitäten) gelangen.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Projektwebseite. Dort haben Sie auch die Möglichkeit den Q-PorkChains Newsletter zu abonnieren.
Industriepartner, Liaison Office
Maren Bruns
GIQS e.V.
c/o Universität Bonn
Institut für Tierwissenschaften
Katzenburgweg 7-9
D 53115 Bonn
email:m.bruns(at)giqs.org
Tel.: +49 - (0)228 - 73 4931
Teachings und Trainings
Dr. Jana-Christina Gawron
email:c.gawron(at)giqs.org
Tel.: +49 - (0)228 - 73 5064
Das Projekt Q-PorkChains hat eine eigene Homepage. ZurQ-PorkChains Industrieplattform>>